Timo Korfmann, Mischungsentwicklung für Ultra- High-Performance-Reifen

„Man kann sich einbringen und erhält auch jede Menge Unterstützung“

Timo Korfmann, 33, ist promovierter Chemiker und seit 2012 bei Goodyear Dunlop. Er arbeitet in der Mischungsentwicklung, wobei er sich zunächst auf Winter- und Allwetter-Reifen konzentrierte. Seit Mitte 2015 entwickelt er Ultra-High-Performance-Laufflächenmischungen für den Ersatz- und Erstausrüstermarkt.

Über mich

„Ich habe 2001 Abitur gemacht und mich dann für ein Chemie-Studium an der TU München entschieden. 2011 promovierte ich im Bereich Makromolekulare Chemie und war anschließend ein Jahr an der TU Dresden als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. 2012 entdeckte ich eine Ausschreibung von Goodyear Dunlop bei StepStone, die ich sehr ansprechend fand. Also habe ich mich kurzentschlossen online beworben und ein Assessment-Center erfolgreich hinter mich gebracht und konnte bei einem zweiten Gespräch mehrere Führungskräfte, zukünftige Kollegen und auch die Labore am Standort kennenlernen. Da beiderseitig alles passte, folgte die Zusage, und ich stieg in die Mischungsentwicklung ein. Dabei war es hilfreich, dass es einen sechsmonatigen Einarbeitungsplan gab: Ich wurde in die Arbeitsprozesse und die technischen Hintergründe eingeführt, konnte Kollegen bei der Laborentwicklung von Mischungen unterstützen und bald eigene kleine Projekte abwickeln, zum Beispiel das Testen neuer Rohstoffe. Wöchentlich erhielt ich von meinem Vorgesetzten Feedback, was ich als sehr angenehm empfand. Zuerst war ich in der Compound-Entwicklung für Label-Reifen, dann konnte ich meine Erfahrungen als ¸Winter and All Season Compounder für Replacement und OE‘ in spannenden Projekten sammeln, und im Anschluss kam ich in meine heutige Position als ¸UHP Compounder für SUV Replacement und Jaguar OE, Global Material Science‘.“

Mein Job

„Die Hauptaufgabe der Mischungsentwicklung ist die Entwicklung neuer Laufflächenmischungen (Treadmischungen) für Erstausrüster-Projekte. Dabei sind wir zugleich Teil des Design- und Konstruktionsteams, geben bei Meetings Mischungsempfehlungen ab und erproben neue Rohstoffe im Labor sowie in der Fabrik, inklusive der Reifentests. Die Laborversuche müssen sorgfältig geplant, durchgeführt und ausgewertet werden, außerdem stehen wir den Kollegen im Werk zur Seite und unterstützen die Qualitätssicherung bei Mischungsfragen. Was mich an meinem Bereich besonders begeistert, ist die Tatsache, dass wir hier ein Produkt entwickeln, das direkt beim Endkunden ankommt, von dessen Vorteilen er direkt profitiert. Damit ist aber zugleich viel Verantwortung verbunden, denn der Reifen ist ein sicherheitsrelevantes System am Auto, das einzige, das direkten Kontakt zur Straße hat. Und nicht zuletzt lassen sich neue Treadmischungen direkt vergleichen mit ihren Vorgängern, das heißt, Vorteile wie ein kürzerer Bremsweg, besseres Handling, besserer Rollwiderstand sind direkt sicht- und messbar. Was mein bisher schönstes Erlebnis war? Da gab es zwei: zum einen der Winterreifentest in Österreich mit dem Dunlop-Team, zum anderen mein Einsatz bei der Mischungsindustrialisierung für ¸WinterSport 5/Ultragrip Performance gen-1‘-Reifen in Wolverhampton.“

Meine Leidenschaft für Reifen

„Zum einen ist Goodyear Dunlop ein großes Unternehmen mit weltweiten Standorten und einer der ‚Top Employer‘ der Branche. Zum anderen sind Reifen nicht einfach nur schwarz und rund, sondern sehr komplexe Produkte – es müssen viele Komponenten zusammenspielen, damit am Ende ein guter Reifen entsteht. Und das nicht nur in technischer, sondern auch in organisatorischer Hinsicht, wie es bei meinem Job der Fall ist: Die einzelnen Abteilungen, die in die Reifenentwicklung involviert sind, arbeiten sehr eng und gut zusammen. Das gibt uns auch die Möglichkeit, neue Mischungen schnell zu testen und den Übergang vom Labor auf die Straße rasch zu bewerkstelligen. Durch den direkten Kontakt zum Mischentwicklungszentrum in Fürstenwalde bin ich teilweise bei schwierigen Mischversuchen anwesend – das ist sehr spannend! Was mir bei Goodyear Dunlop außerdem gefällt, ist, dass es Einsatzmöglichkeiten in vielen Bereichen gibt. Ich kann zum Beispiel auch für einige Zeit in einem Tech-Center oder in einer Fabrik arbeiten, was ich perspektivisch gesehen auch gerne tun würde. Zudem gibt es zahlreiche Weiterbildungsangebote.“

Wer passt hierher?

„Leute, die Spaß am Teamplay haben und daran, mit anderen auf Augenhöhe offen zu diskutieren, sind hier gerne gesehen. Man sollte sich nicht davor scheuen, viele Fragen zu stellen, gerade wenn man neu ist – dann bekommt man auch die Chance, sich einzubringen, und erhält von den erfahrenen Kollegen jede Menge Unterstützung. Eine gute Auffassungsgabe und Offenheit für Neues sind ebenfalls wichtig, da man sich schnell in neue Systeme einarbeiten muss. Meine Erfahrung zeigt außerdem: Eine gewisse Frustrationstoleranz macht das Arbeiten leichter, denn mitunter laufen Projekte nicht nach Plan und es kann passieren, dass sich vieles parallel abspielt.“