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So werden Reifen hergestellt

Gummimischungen

Für die Gummimischungen in einem Lkw-Reifen werden eine Vielzahl an Zutaten benötigt. Die Anteile dieser Komponenten, wie z.B. unterschiedliche Gummiqualitäten, Füllstoffe und sonstige Bestandteile, sind abhängig von den geplanten Eigenschaften des Reifens. Die Bestandteile werden in gigantischen Knetern, sogenannten Banbury-Mischern, zu einer schwarzen, plastischen Masse vermengt.

Walzen

Sobald das Gummi abgekühlt ist, wird es in einer speziellen Walze weiterverarbeitet, wo es in Streifen geschnitten und so in die Grundform für den Reifen selbst gebracht wird. In der Walzphase werden andere Elemente des Reifens vorbereitet, einige mit einer anderen Gummisorte beschichtet.

Aufbau

Der Aufbau des Reifens erfolgt von innen nach außen. Die textilen Elemente, der Stahlgürtel, die Reifenwülste, der Laufstreifen und weitere Komponenten werden in eine Reifenfertigungsmaschine platziert, die sicherstellt, dass sich jedes Teil am richtigen Ort befindet. Das Ergebnis ist ein verhältnismäßig fertig aussehendes Produkt, der so genannte Reifenrohling.

Heizvorgang

Der Reifenrohling wird anschließend in der Heizpresse vulkanisiert. In der Heizform bekommt der Reifen seine endgültige Form, inklusive des Profilmusters und der Seitenwandmarkierungen.

Qualitätskontrolle

Bevor ein Reifen zum Verkauf freigegeben wird, wird er sorgfältig geprüft. Zuerst wird der Reifen visuell von geschulten Qualitätsprüfern untersucht, danach werden Maschinen verwendet, die entwickelt wurden, um selbst den geringsten Makel oder Fehlstelle zu finden. Eine Auswahl von Reifen aus einer Serie werden geröntgt, um potentielle Schwachstellen oder Fehler zu suchen. Darüber hinaus schneiden Techniker der Qualitätskontrolle regelmäßig zufällig ausgewählte Reifen auf und untersuchen alle Konstruktionsdetails, die sich auf Leistungsfähigkeit, Fahrverhalten oder Sicherheit auswirken.

Bestandteile eines Reifens & Begriffe

Kernreiter: Gummifüller im Wulst und im unteren Seitenwandbereich für einen progressiven Übergang vom steifen Wulstbereich zur flexiblen Seitenwand

Wulstkern: Der Stahlwulstkern setzt den Reifen korrekt auf die Felge, dichtet ihn gegen diese ab und hält ihn in Position

Gürtel: Mehrere Stahlgürtelschichten mit flachem Winkel, die den Reifen verstärken, das Profil stabilisieren und Penetrationen in der Karkasse verhindern.

Karkasse: Der Reifenkörper, bestehend aus Wülsten, Seitenwänden und Profilpaket

Wulstschutzband: Eine Hartgummischicht, die der Erosion der Wulstzone am Felgenhorn widersteht

Wulstverstärkung: Stahlseilzugschichten über dem Radialreifen verstärken und stabilisieren den Übergangsbereich von Wulst zur Seitenwand

Mischung: Eine Mischung aus Gummi, Ölen und anderen Werkstoffen, aus denen (üblicherweise) das Profil besteht

Wulstband: Ein Gummiband zwischen Schlauch und Felge. Es schützt den Schlauch vor dem Scheuern und verhindert Schlauchschäden nahe der Felge

Inflationsdruck: Der Druck, auf den ein Reifen bei kühlem Wetter aufgepumpt sein sollte. Er wird normalerweise in kPa (Kilopascal, 100 kPa = 1 bar), psi (Pfund pro Quadratzoll) oder bar (1 bar = Luftdruck, üblicherweise 14,5 psi, je nach Höhe über NN) angegeben.

Innengummi: Eine Gummischicht in schlauchlosen Reifen, die speziell konzipiert ist, um einen Luftverlust zu vermeiden

Lastindex: Die maximale Last, die ein Reifen tragen darf

Radial: Die Karosserie-Kordlagen verlaufen von Wulst zu Wulst gerade über den Reifen. Darüber hinaus verfügen Radialreifen über Gurtlagen, welche unter dem Profil im Wesentlichen am Umfang um die Reifen herum verlaufen. Sie engen die Radialkordlagen ein und stabilisieren den Profilbereich

Verstärkerkordlagen: Die Radialkordlage (900) überträgt alle Last-, Brems- und Lenkkräfte vom Rad auf die Straße und widersteht den Berstlasten des Reifens bei Betriebsdruck

Nachschneiden: Nachschneiden verschlissener Rillen mit einem heißen Eisen auf eine tiefere Profiltiefe, um so die Lebensdauer eines Reifen zu verlängern

Runderneuerbarkeit: Austausch eines verschlissenen Profils gegen ein neues, um die Lebensdauer einer LKW-Karkasse zu verlängern

Rollwiderstand: Der Rollwiderstand ist der Widerstand beim Rollen. Je geringer der Rollwiderstand, desto weniger Aufwand ist zum Bewegen des Reifens erforderlich. Beim Rollwiderstand spielt eine Vielzahl von Einflüssen eine Rolle, einschließlich des Profilgemischs und der Reifenkonstruktion. Er steht in direkter Relation zum Kraftstoffverbrauch.

Felge: Ein anderes Wort für Rad, das in der Reifenindustrie üblich ist. Darüber hinaus bezeichnet Felge auch einen Teil eines Rades, auf welchen der Reifen aufgezogen ist

Seitenwand: Der Teil des Reifens, der die Kordlage schützt und Biegungen und Witterungsbedingungen standhält

Geschwindigkeitsindex: Die maximale Geschwindigkeit, mit der ein Reifen gefahren werden darf

Lauffläche: Äußere Reifenschicht, welche Kontakt zur Straße hat, im Wesentlichen für die Traktion sorgt und die Karkasse darunter schützt

Profilmuster Das Design der Rillen, um den Grip zu maximieren und auch das Ableiten des Wassers zu maximieren

Schlauch: Eine separate Luftkammer bei Reifen mit Schlauch, die so konzipiert ist, dass ein Luftverlust verhindert wird

Schlauchlos: Ein Reifen, der keinen Schlauch benötigt